Ausgaben im Aufwind, aber noch nicht wieder auf dem alten Niveau
Die Verbraucherausgaben sind in diesem Jahr nicht nennenswert gestiegen und liegen noch lange nicht auf dem Niveau von vor einigen Jahren. Die meisten Geschäftsraumsektoren konnten 2010 eine Umsatzsteigerung verbuchen; das gilt auch für den Gebrauchsgütermarkt. 2011 wird sich zeigen, ob diese Erholung von Dauer ist. Aufgrund massiver staatlicher Haushaltskürzungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten steht die Kaufkraft weiterhin unter Druck.
Begrenzte Dynamik auf dem Geschäftsraummarkt
Der Umsatzdruck der letzten Jahre bei den Geschäftsinhabern beginnt sich zu rächen. Die Vermietung von Geschäftsräumen ist rückläufig, während ihr Angebot wächst. Das ist selbst an den besten Geschäftsstandorten zu merken, auch wenn man hier den Schaden häufig begrenzen kann. Im Allgemeinen stehen die Mietpreise unter Druck, aber der ist vor allem außerhalb der besten Geschäftsstandorte festzustellen.
Vom Neubau zur Neuentwicklung
Trotz der schwächeren Konjunktur wurden in den vergangenen Jahren viele Geschäftsimmobilien fertiggestellt, und zwar meistens aufgrund von Plänen, die in wirtschaftlich guten Jahren entwickelt wurden. Bis 2012 kommen weitere Geschäftsimmobilien hinzu; danach stagniert der Neubaumarkt. Dann wird der Nachdruck mehr auf funktionellen Neuentwicklungen liegen. Neue Entwicklungen sind nur noch wünschenswert, wenn sie funktionell und quantitativ eindeutig untermauert sind.
Internet und neue Medien unaufhaltsam
Die Online-Verkäufe stiegen 2010 um 10 %. Trotzdem bleiben die physischen Geschäfte der wichtigste Verkaufskanal, während das Internet hauptsächlich der Orientierung dient. Das mobile Internet entwickelt sich zu einem immer wichtigeren Faktor beim Orientierungs- und Kaufverhalten der Verbraucher. Soziale Medien werden sowohl von Verbrauchern als auch von Einzelhändlern benutzt, um in Kontakt miteinander zu kommen.
Flexibilität von Einzelhändlern wichtig
Der Erfolg von Einzelhändlern wird davon abhängen, wie stark sie auf die Verbraucher eingehen können. Zurzeit ist es wichtig, einen starken Online-Kanal zu realisieren. Einzelhändler werden sich mehr auf die wachsende Gruppe von Senioren konzentrieren. Diese Zielgruppe legt viel Wert auf Service und Qualität und das kann auf Kosten der Innenstädte gehen.
Veränderte Rolle von Geschäftsimmobilien
Die Verbraucherausgaben in physischen Geschäften werden strukturell sinken. Von diesem Umstand profitieren die Online-Geschäftskanäle. In Geschäftsstraßen und –gebieten werden 'Markenpolitik' und 'Erfahrung' die Dienstleistung ausmachen. Dadurch, dass sich die traditionelle Geschäftsfunktion verschiebt, verändert sich auch die Rolle der dahinterstehenden Immobilie. Hier liegt für die Immobilienbranche in den nächsten Jahren eine große Herausforderung.