Trends auf dem niederländischen Wohnungsmarkt 

Preise für Wohneigentum nicht erholt
Die Preise für Wohneigentum haben sich im Jahr 2010 im Durchschnitt nicht erholt. Per saldo handelt es sich um einen leichten Rückgang mit regionalen Unterschieden. Im Vergleich zu den Spitzenwerten des Marktes im Jahr 2006 liegen die Verkaufspreise durchschnittlich etwa 7 % niedriger.

Ausbleibende Dynamik, zu hohes Angebot
Dass sich die Preise nicht erholen, liegt vor allem an der ausbleibenden Marktdynamik. Bereits im zweiten Jahr in Folge gibt es relativ wenige Transaktionen. Dadurch stieg das Angebot auf gut 180.000 Objekte. Außerdem dauert es lange, bevor ein Objekt verkauft ist, im Schnitt 136 Tage. Ein erheblicher Teil der angebotenen Objekte steht länger als ein Jahr zum Verkauf.

Mehr verkaufte Neubauwohnungen
Die Anzahl verkaufter Neubauwohnungen lag 2010 bei ca. 25.000, fast das Doppelte von dem des Jahres 2009. Die meisten Wohnungen wurden im preisgünstigeren Marktsegment verkauft. Außerdem liegen die Preise um durchschnittlich 10 bis 15 % niedriger, als die Spitzenwerte auf dem Markt 2008, was sich auf den Gewinn auswirkt.

Neubauproduktion stark gesunken
Die Krise hatte ganz eindeutig zur Folge, dass die Anzahl fertig gestellter Neubauwohnungen 2010 zurückgegangen ist. In den kommenden Jahren wird diese Anzahl vermutlich niedrig bleiben. Erstens, weil die Anzahl in Bau genommener Wohnungen 2009 und 2010 stark gesunken ist und zweitens, weil die Anzahl ausgestellter Baugenehmigungen erheblich niedriger liegt. Auch die Neubauproduktion von Mietwohnungen wird unter einen starken Druck geraten.

Investitionskapazität von Wohnungsbaugesellschaften unter Druck
Wohnungsbaugesellschaften werden durch zwei Entwicklungen mit sehr viel höheren Belastungen konfrontiert. Erstens darf ein Teil des Besitzes aufgrund europäischer Richtlinien nicht länger über Bürgschaften finanziert werden. Zweitens müssen Eigentümer von Mietwohnungen (einschließlich Privatpersonen) einen Teil des Mietzuschlags übernehmen, und zwar einen Teil, der für Wohnungsbaugesellschaften erheblich höher als die 'Vogelaar'-Abgabe ist, die ab diesem Jahr entfällt. Die Belastungen werden viel stärker als die Mieteinkünfte steigen und das setzt die Investitionen unter Druck. Möglicherweise werden Gesellschaften Teile des Portfolios verkaufen (müssen), eine Richtung, die seitens des Rutte-Kabinetts unterstützt wird.

Betreutes Wohnen: Trennung von Wohnung und Betreuung
Konzepte für betreutes Wohnen sind aussichtsreich, zumindest, wenn sie auf die Immobilie ausgerichtet sind. Die Betreuungskomponente hängt von der Pflegepolitik ab. Dass die Höhe und Zuweisung personengebundener Budgets jetzt unter Druck stehen, hat Konsequenzen für die Finanzierung von Konzepten mit einer dominanten Betreuungskomponente.

Fühlbarer Bevölkerungsschwund
Mehr als zehn Jahre, nachdem die ersten Regionen in den Niederlanden die Auswirkungen des Bevölkerungsschwundes zu spüren bekamen, scheint diese Entwicklung mit der gebotenen Aufmerksamkeit berücksichtigt zu werden. Der Bevölkerungsschwund an sich muss kein Problem darstellen, wenn er nur erkannt wird und zu regionaler Abstimmung und Zusammenarbeit führt. Da weitere Regionen in den nächsten Jahren einen Bevölkerungsschwund zu verzeichnen haben werden, muss diese Tatsache in der Raumordnungspolitik oberste Priorität genießen. Nur durch Zusammenarbeit und Koordination in der Planung können negative Folgen des Bevölkerungsschwundes behoben oder vermieden werden.

 


Fragen? 

Sie haben Fragen zum FGH-Immobilienbericht? Dann nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf unter +31-30-23 23 343 oder info@fgh.nl.