Utrecht, 17. März 2010
FGH Immobilienbericht 2010: 'Fokus auf eine neue Realität'
Der Markt von heute verlangt eine andere Sicht auf Immobilien
'Der Immobiliensektor muss sich der Tatsache bewusst sein, dass das trendmäßige Wachstum, wie wir es bisher gekannt haben, nicht mehr existiert. Der Immobilienmarkt hat sich unwiderruflich verändert und die Immobilienparteien müssen einen neuen Zugang dazu finden.
Für die FGH Bank sind die Qualität der Immobilie und der eigentliche Wert der Immobilie insgesamt immer noch ausschlaggebend. Die Zeiten der ungezügelten Kreditvergabe sind jedoch vorbei. In der neuen Realität ist dies einfach nicht vertretbar.' Das sind die wichtigsten Schlussfolgerungen aus dem FGH Immobilienbericht 2010. Dieser jährliche Marktbericht umfasst eine komplette Übersicht der Trends und Entwicklungen auf dem Gewerbeimmobilienmarkt und die Sichtweise, die die FGH Bank diesbezüglich vertritt. Am Dienstag, den 16. März dieses Jahres übergab Herr P.C. Keur, Vorstandsvorsitzender der FGH Bank, Herrn Mag. jur. B. Staal, dem Vorsitzenden der Niederländischen Bankenvereinigung, das erste Exemplar.
Wie so viele Sektoren wurde auch der Bau- und Immobiliensektor von der Rezession schwer getroffen. Die Anzahl fertiggestellter Neubauwohnungen sinkt ebenso wie die Verkaufspreise. Laut FGH Bank ist die Abnahme der Anzahl Neubauwohnungen größtenteils ein vorübergehender Effekt. Der Bedarf auf dem Markt bleibt.
Beim Nutzbau sieht es dagegen anders aus. Die Menge an Büros, Gewerberäumen und sogar Geschäften scheint – absolut gesehen – ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Die Sättigung dieser Märkte schlägt sich in einer Zunahme des Leerstands nieder. Zusammen mit der mäßigen Wirtschaftskonjunktur führt ein hoher Leerstand zu einer massiven Abnahme der Neubauproduktion. Die Konsequenz ist, dass der Neubaumarkt in den meisten Segmenten auch langfristig betrachtet relativ schwach bleiben wird. Das sorgt für einen zunehmenden Wettbewerb und mehr Druck auf den Sektor. Mehr denn je ist jetzt das Unternehmertum gefragt.
Markt begrüßt Nachhaltigkeit
In einem gesättigten Neubaumarkt müssen Immobilienentwickler nach Produkten suchen, die sich abheben, insbesondere, was den vorhandenen Bestand betrifft. Nachhaltigkeit ist jetzt noch ein Unterscheidungskriterium, das letztendlich jedoch zur Norm werden wird. Daher ist schnelles Handeln gefragt, um diesen Pluspunkt nutzen zu können. Der Endnutzer spielt dabei ebenfalls eine wichtige Rolle. Er wird immer häufiger erwarten, dass Neubauten das Kriterium der Nachhaltigkeit erfüllen. Daher wird der Neubausektor mehr denn je gefordert, seine Innovationsfähigkeit zu beweisen.
Zuversicht der Anleger kehrt langsam zurück
Der Wert des Portefeuilles ist für die meisten Anleger aufgrund von Abschreibungen stark gefallen. Das führt dazu, dass sich Anleger wieder den bestehenden, vertrauten Märkten zuwenden. Außerdem wächst die Nachfrage nach liquiden Investitionsformen, besonders bei institutionellen Anlegern.
Die Einlage von Eigenkapital wird wieder in ein für den Markt gesünderes Verhältnis gebracht. Unter anderem, weil Banken voraussichtlich größere Reserven beibehalten müssen und dadurch in ihren Wachstumsmöglichkeiten begrenzt sein werden. Das hat einen engeren Spielraum bei der Kreditvergabe durch die Banken zur Folge. Außerdem spielt der gefallene Immobilienwert eine Rolle, weil es dadurch kaum noch einen Spielraum gibt, relativ hohe Kredite zu vergeben. Letztendlich führt dies zu einem Investitionsniveau, das einem vertretbaren Risikoprofil entspricht. Seit dem dritten Quartal 2009 stabilisieren sich die Anfangsrenditen im gängigen Teil des Marktes. Aus Sicht der heutigen Marktkenntnisse ist ein weiterer Rückgang für dieses Marktsegment nicht zu erwarten. Das macht es für Anleger wieder interessant, zu kaufen.
Keine Automatismen bei Immobilien
Laut FGH Bank ist die wichtigste Lektion für den Immobiliensektor, dass es bei Immobilien keine Automatismen gibt. In den vergangenen Jahren hat sich der Sektor zu sehr auf früher erzielte Ergebnisse verlassen und sich nicht ausreichend auf die vor ihm stehende Aufgabe konzentriert. Zu investieren verlangt jedoch in erster Linie eine Zukunftsvision. Dabei sind die eigene Positionierung und die Schaffung eigener unternehmerischer Ausgangspunkte wesentlich. "Daher müssen alle Immobilienparteien stark fokussieren. Auf den Markt, das Produkt und vor allem auf den Mehrwert, den sie ihren Kunden bieten und den sie leisten können", sagt Peter Keur, Vorstandsvorsitzender der FGH Bank. "Der Sektor muss sich deutlich vor Augen führen, worin der eigene Mehrwert besteht und wie diesem Mehrwert Form und Inhalt gegeben werden kann. Das verlangt eine andere Vorgehensweise und einen anderen Fokus als bisher."
FGH Bank
Die FGH Bank als Teil der Rabo Vastgoedgroep ist auf die Finanzierung von Gewerbeimmobilien spezialisiert. Aufgrund dieser Spezialisierung verfügt die Bank über viel Kompetenz. Der Kundenkreis besteht hauptsächlich aus Projektplanern und professionellen Immobilienanlegern. Mit der Zentrale in Utrecht und Filialen in den wichtigsten Immobilienregionen ist die FGH Bank landesweit vertreten und es besteht eine starke Bindung an die lokalen Märkte. Darüber hinaus hat die Immobilienbank eine Filiale in Frankfurt.